Whisky-Wissen
Vieux Carré: Das Rezept für den vergessenen New-Orleans-Klassiker
Benannt nach dem French Quarter von New Orleans (französisch für „altes Viertel”), ist der Vieux Carré einer der komplexesten klassischen Cocktails, die es gibt – sechs Zutaten, zwei Spirituosen, zwei Liköre und zwei Bitters. Wer ihn einmal probiert hat, versteht schnell, warum er trotz seiner Komplexität nie ganz verschwunden ist.
Das klassische Rezept
- 2 cl Rye Whiskey
- 2 cl Cognac
- 2 cl süßer Wermut (Rosso)
- 1 Barlöffel Bénédictine (Kräuterlikör)
- 2 Dashes Angostura Bitter
- 2 Dashes Peychaud’s Bitter
Alle Zutaten mit Eis im Rührglas verrühren, bis das Glas kalt und leicht beschlagen ist. In ein Glas mit einem großen Eiswürfel abseihen. Mit einer Zitronenzeste garnieren.
Warum zwei Spirituosen statt einer
Die Kombination aus Rye und Cognac ist ungewöhnlich, aber genau das macht den Reiz des Drinks aus: Der Rye bringt Würze und Schärfe, der Cognac Fruchtigkeit und Weichheit. Zusammen mit dem honigsüßen Bénédictine und den beiden unterschiedlichen Bitters entsteht eine Tiefe, die kein einzelner klassischer Whisky-Cocktail sonst erreicht.
Die richtige Rye-Wahl
Da der Rye nur einen von sechs Bestandteilen ausmacht, aber klar erkennbar bleiben soll, lohnt sich ein Whiskey mit deutlicher Würze. Rittenhouse Rye mit seiner robusten Roggenschärfe setzt sich auch gegen Cognac und Bénédictine gut durch.
Der häufigste Fehler
Bénédictine weglassen oder durch einen anderen Kräuterlikör ersetzen, weil man ihn nicht im Schrank hat. Der Vieux Carré verliert dadurch einen Großteil seiner charakteristischen Honig-Kräuter-Note – hier lohnt sich die kleine Investition in die richtige Flasche wirklich.
Verwandte Drinks
Wer New-Orleans-Klassiker mag, sollte auch den etwas puristischeren Sazerac probieren.