Whisky-Wissen

Blood and Sand: Das Rezept für den fruchtigen Scotch-Cocktail

Der Blood and Sand ist ein Außenseiter unter den klassischen Whisky-Cocktails: Kaum ein anderer traditioneller Scotch-Drink verwendet Fruchtsaft, und genau das macht ihn so interessant für alle, die glauben, Scotch-Cocktails seien immer nur trocken und spirituosenbetont.

Das klassische Rezept (Equal Parts)

  • 2 cl Blended Scotch
  • 2 cl Kirschlikör (Cherry Heering oder vergleichbar)
  • 2 cl süßer Wermut (Rosso)
  • 2 cl frisch gepresster Orangensaft

Alle vier Zutaten zu gleichen Teilen kräftig mit Eis schütteln – Orangensaft braucht etwas mehr Energie beim Schütteln als reine Spirituosen, damit sich alles gut verbindet. In ein gekühltes Cocktailglas abseihen.

Warum Scotch mit Orangensaft überhaupt funktioniert

Auf den ersten Blick wirkt die Kombination gewagt, aber die malzige Süße eines weichen Blends, die Fruchtigkeit des Kirschlikörs und die Kräuternote des Wermuts fangen die Säure der Orange gut auf. Statt eines simplen „Whisky mit Saft” entsteht ein vielschichtiger, fast weinartiger Drink – benannt übrigens nach einem Stummfilm von 1922, nicht nach der Farbe.

Die richtige Scotch-Wahl

Ein weicher, nicht zu rauchiger Blend funktioniert hier am besten, da er sich gut mit den fruchtigen und süßen Komponenten verbindet. Famous Grouse oder Dewar’s sind zuverlässige Kandidaten – ein torfiger Islay-Malt würde die filigrane Balance dagegen komplett aus dem Gleichgewicht bringen.

Der häufigste Fehler

Fertigen Orangensaft aus dem Tetrapak statt frisch gepresstem verwenden. Der Unterschied ist bei diesem Cocktail besonders deutlich spürbar, weil der Orangensaft ein Viertel des gesamten Drinks ausmacht – abgepackter Saft schmeckt schnell künstlich-süß statt frisch-säuerlich.

Verwandte Drinks

Wer klassische Equal-Parts-Cocktails mag, sollte auch den Paper Plane mit Bourbon probieren.