Whisky-Wissen
Manhattan: Das Rezept für den König der Whisky-Cocktails
Wenn ein einziger Cocktail für sich beanspruchen dürfte, den American Whiskey salonfähig gemacht zu haben, dann der Manhattan. Drei Zutaten, ein Rühren statt Schütteln – und trotzdem eine Tiefe, die viele deutlich kompliziertere Drinks nicht erreichen.
Das klassische Rezept
- 5 cl Rye Whiskey oder Bourbon
- 2 cl süßer Wermut (Rosso)
- 2 Dashes Angostura Bitter
- Garnitur: Cocktailkirsche
Alle Zutaten mit reichlich Eis im Rührglas etwa 20 bis 30 Sekunden verrühren, bis das Glas außen beschlägt und spürbar kalt wird. In ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen und mit der Kirsche garnieren.
Rye oder Bourbon – eine Geschmacksfrage
Historisch wurde der Manhattan mit Rye Whiskey gemixt, und die würzige Roggen-Schärfe passt tatsächlich hervorragend zum süßen Wermut – sie hält den Drink im Gleichgewicht statt ihn kippen zu lassen. Wer es weicher mag, greift zu Bourbon: Ein süßer, vanilliger Wheated Bourbon wie Buffalo Trace macht den Manhattan runder und zugänglicher, während ein Rye wie Rittenhouse Rye ihm mehr Kontur und Biss verleiht. Beide Wege sind richtig, sie ergeben nur zwei unterschiedliche Manhattans.
Warum gerührt und nicht geschüttelt
Ein Manhattan besteht ausschließlich aus klaren Spirituosen – hier soll Eis kühlen und leicht verdünnen, nicht Luft einschlagen und trüben. Geschüttelt bekommt der Drink eine unschöne, schaumige Textur und wirkt dünner, als er ist. Die Grundregel der Bar-Welt gilt hier ausnahmslos: Alles ohne Fruchtsaft, Sirup oder Eiweiß wird gerührt.
Der häufigste Fehler
Zu wenig Wermut aus falscher Sparsamkeit. Ein guter Manhattan lebt von der Balance zwischen Whiskey-Wärme und Wermut-Kräuterbitterkeit – wer den Wermut-Anteil zu stark reduziert, bekommt am Ende nur verdünnten Whiskey mit einem Hauch Bitterness statt eines echten Cocktails. Und: Ein bereits geöffneter Wermut gehört in den Kühlschrank und sollte nach spätestens ein bis zwei Monaten ersetzt werden, sonst schmeckt er oxidiert und stumpf.
Verwandte Drinks
Wer den Manhattan mag, sollte unbedingt den Rob Roy probieren – dieselbe Grundidee, nur mit Scotch statt amerikanischem Whiskey.