Whisky-Wissen

Toronto: Das Rezept für den kanadischen Fernet-Rye

Der Toronto Cocktail ist einer dieser Drinks, die viele erfahrene Whisky-Trinker noch nicht kennen, obwohl er schon seit den 1920er-Jahren existiert. Sein Geheimnis: Fernet-Branca statt Wermut – ein italienischer Kräuterbitter, der dem Drink eine ganz eigene, herb-medizinische Tiefe gibt.

Das klassische Rezept

  • 6 cl Rye Whiskey
  • 1 Barlöffel Fernet-Branca
  • 1 Barlöffel Zuckersirup
  • 2 Dashes Angostura Bitter

Alle Zutaten mit Eis im Rührglas verrühren, bis das Glas kalt und leicht beschlagen ist. In ein Glas mit einem großen Eiswürfel abseihen. Mit einer Orangenzeste über dem Glas ausdrücken.

Warum Fernet-Branca hier funktioniert

Fernet-Branca gilt bei vielen als Geschmack, den man entweder liebt oder hasst – pur ist er intensiv bitter-medizinisch. In kleiner Dosierung, wie im Toronto Cocktail, verwandelt er sich jedoch in eine subtile, komplexe Würznote, die dem Rye zusätzliche Tiefe gibt, ohne den Drink zu dominieren. Genau diese kontrollierte Dosierung unterscheidet einen gut gemachten Toronto von einem misslungenen.

Die richtige Rye-Wahl

Ein kräftiger, würziger Rye hält gegen den Fernet gut stand. Rittenhouse Rye mit seiner robusten Struktur ist hier eine hervorragende Wahl, alternativ funktioniert auch Wild Turkey mit seiner höheren Fassstärke.

Der häufigste Fehler

Zu viel Fernet-Branca verwenden. Ein Barlöffel (etwa ein halber Zentiliter) reicht völlig aus – wer es mit einem großzügigen Schuss versucht, bekommt schnell einen Drink, der nur noch nach Fernet schmeckt und den Rye komplett verdeckt.

Verwandte Drinks

Wer Rye mit ungewöhnlichen Kräuterlikören mag, sollte auch den Vieux Carré mit Bénédictine probieren.