Whisky-Wissen
Was macht eigentlich ein Master Blender?
Hinter jeder Whisky-Marke steht eine Person oder ein kleines Team, deren Nase über Millionen Flaschen entscheidet: der Master Blender. Ein Beruf, der weniger romantisch und technischer ist, als er klingt.
Die Kernaufgabe: Konsistenz sichern
Ein Blended Scotch ist laut Scotch Whisky Regulations eine Mischung aus Single Malts und Single Grains – bei einer großen Marke wie Dewar’s 12 Jahre stecken entsprechend viele verschiedene Whiskys unterschiedlicher Brennereien und Jahrgänge in der Flasche. Die Aufgabe des Master Blenders ist, aus einem ständig wechselnden Fassbestand immer wieder dasselbe Profil zu treffen – damit die Flasche, die du heute kaufst, so schmeckt wie die von vor fünf Jahren. Zum Testbericht
Auch bei Single Malt im Einsatz
Selbst ein Single Malt wie Aberlour 12 Jahre stammt zwar aus einer einzigen Brennerei, ist aber meist eine Komposition vieler Fässer – manche mit mehr, manche mit weniger Sherry-Einfluss. Wer auswählt, welche Fässer zusammenkommen, entscheidet über das Ergebnis. Zum Testbericht
Das wichtigste Werkzeug: die Fassauswahl
Die Stellschrauben sind konkret. Ein Fass in Erstbefüllung gibt deutlich mehr ab als ein mehrfach genutztes Refill-Fass, das laut Cotswolds Distillery mit jeder Runde schwächer wird. Sherry- oder Bourbonfass, jung oder alt, First Fill oder Refill: Aus diesen Anteilen entsteht das Profil (siehe Whisky-Fässer).
Wie wird man Master Blender?
Der Weg führt in der Regel nicht über ein Studium, sondern über Jahre praktischer Arbeit im Unternehmen – oft beginnend im Labor oder in der Qualitätssicherung. Entscheidend ist eine trainierte Nase, die Fassproben verlässlich einordnen kann. Wie ernst die Branche diese Expertise nimmt, zeigt ein Detail am Rande: Als Glencairn Crystal sein Whiskyglas entwickelte, holte das Unternehmen die Master Blender der Scotch-Industrie als Fachjury dazu, bevor die endgültige Form feststand.
Warum das für dich als Konsument zählt
Wenn du eine Flasche wie Highland Park 12 Jahre kaufst und erwartest, was du beim letzten Mal geschmeckt hast, ist das kein Zufall – sondern das Ergebnis dieser Auswahlarbeit im Hintergrund. Zum Testbericht
Wie diese Arbeit in die größere Produktionskette passt, zeigt der Artikel Wie wird Whisky hergestellt?
Quellen
- The Glass – The story behind the iconic Glencairn Glass
- How does the cask influence the whisky flavour?
- The Scotch Whisky Regulations 2009 (SI 2009/2890)
Angaben zuletzt geprüft am .