Whisky-Wissen
Penicillin: Das Rezept für den modernen Scotch-Kultcocktail
Kaum ein moderner Cocktail hat sich so schnell von einer einzelnen New Yorker Bar aus über die ganze Welt verbreitet wie der Penicillin. Erfunden Mitte der 2000er-Jahre, ist er heute fester Bestandteil praktisch jeder ambitionierten Cocktailkarte – und der Grund dafür wird beim ersten Schluck klar.
Das klassische Rezept
- 5 cl Blended Scotch
- 2 cl frisch gepresster Zitronensaft
- 2 cl Honig-Ingwer-Sirup (Honig und frischer Ingwer im Verhältnis 1:1 aufgekocht)
- 1 cl rauchiger Islay Single Malt zum Floaten
Blended Scotch, Zitronensaft und Honig-Ingwer-Sirup kräftig mit Eis schütteln, in ein Glas mit frischem Eis abseihen. Den Islay-Whisky vorsichtig über einen Barlöffel oben auf den Drink fließen lassen, sodass er als „Float” auf der Oberfläche schwimmt statt sich sofort zu vermischen. Mit einem kandierten Ingwerstück garnieren.
Warum der Float das eigentliche Erlebnis ist
Der Trick des Penicillin liegt darin, dass man beim ersten Schluck zuerst die intensive Rauchnote des Islay-Floats wahrnimmt, bevor sich darunter die süß-scharfe, zitronige Basis öffnet. Diese Zweistufigkeit macht den Drink so einprägsam – schüttelt man Basis und Float einfach zusammen, geht genau dieser Effekt verloren.
Die richtige Whisky-Kombination
Für die Basis eignet sich ein milder, weicher Blend wie Monkey Shoulder hervorragend, weil er dem Honig-Ingwer-Sirup Raum lässt. Für den Float ist ein kräftig getorfter Islay wie Laphroaig oder Ardbeg fast Pflicht – hier darf und soll es rauchig-intensiv sein.
Der häufigste Fehler
Den Islay-Whisky einfach mit einschütteln statt zu floaten. Damit verliert der Drink genau den Überraschungseffekt, der ihn ausmacht – Rauch und Süße vermischen sich sofort statt sich nacheinander zu entfalten. Ein Barlöffel, langsam über die Rückseite gekippt, macht hier den entscheidenden Unterschied.
Verwandte Drinks
Wer die Kombination aus Honig und Whisky mag, sollte auch den Gold Rush mit Bourbon probieren.