Whisky-Wissen

Whisky-Awards im Überblick: IWSC, San Francisco & Co.

Kristallgläser mit Whisky auf dunklem Holz
Zwei Kristallgläser mit Whisky auf dunklem Holz. Jeder Whisky-Wettbewerb hat eigene Bewertungskriterien, eine eigene Jury und eigenes Prestige. Foto: Konstantin Mishchenko / Pexels

Wer beim Whiskykauf auf Medaillen achtet, stößt schnell auf eine verwirrende Vielfalt an Wettbewerben – jeder mit eigenen Kriterien, eigener Jury und eigenem Prestige. Ein Überblick über die wichtigsten neben der Whisky Bible von Jim Murray.

IWSC (International Wine & Spirit Competition)

Einer der ältesten und renommiertesten Wettbewerbe weltweit, gegründet 1969. Die IWSC bewertet nicht nur Whisky, sondern das gesamte Spektrum an Wein und Spirituosen. Verkostet wird blind, in nach Kategorien geordneten Flights; in bestimmten Kategorien werden Gold-Kandidaten zusätzlich von einem unabhängigen Spirituosen-Komitee nachverkostet, bevor Medaillen und Trophies vergeben werden.

San Francisco World Spirits Competition

Einer der größten Spirituosenwettbewerbe der Welt, seit 2000 ausgerichtet. Die Bewertung erfolgt blind durch Panels aus Bartendern, Sommeliers, Fachjournalisten und Handelsexperten. Das bekannte Double Gold ist strenger definiert, als viele denken: Es wird nur vergeben, wenn jedes Jurymitglied des Panels unabhängig voneinander Gold vergibt.

World Whiskies Awards

Vom „Whisky Magazine” ausgerichtet, ausschließlich auf Whisky spezialisiert und in viele Unterkategorien nach Land, Stil und Preisklasse gegliedert. Ein Beispiel dafür, wie sehr diese Awards die Landkarte verschieben können: 2014 ging der Titel World’s Best Single Malt nicht nach Schottland oder Japan, sondern an Sullivans Cove French Oak Cask aus Tasmanien.

Wichtig für die Einordnung: Der oft zitierte Titel für den Yamazaki Sherry Cask 2013 stammt nicht von den World Whiskies Awards, sondern aus Jim Murrays Whisky Bible 2015, wo er zum World Whisky of the Year gekürt wurde. Beide Auszeichnungen werden in Artikeln häufig durcheinandergebracht.

Warum Bewertungen so unterschiedlich ausfallen

Anders als bei einem einzelnen Kritiker bewerten die großen Wettbewerbe im Gremium, oft mit gemittelten Punktzahlen – das führt zu ausgeglicheneren, aber weniger extremen Urteilen. Ein Whisky, der bei einem Wettbewerb Gold gewinnt, muss bei einem anderen nicht ähnlich gut abschneiden, weil Kriterien, Kategorien und Jury-Zusammensetzung variieren.

Wie viel eine Medaille wirklich wert ist

Auszeichnungen sind ein nützlicher, aber kein unfehlbarer Anhaltspunkt – sie sagen mehr über die Qualität innerhalb einer Kategorie aus als über absolute Güte. Wer eine Flasche allein wegen des Aufklebers kauft, sollte im Hinterkopf behalten, dass Geschmack subjektiv bleibt.

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Wie ein einzelner, sehr einflussreicher Kritiker die Branche geprägt hat, zeigt der Artikel zur Whisky Bible von Jim Murray.

Quellen

  1. World's Best Single Malt Whisky – World Whiskies Awards 2014 – World Whiskies Awards, Gewinnerseite 2014 (Sullivans Cove French Oak Cask), abgerufen am 20. September 2026
  2. Jim Murray's Whisky Bible – Dram Good Books (Whisky Bible seit 2003, Auszeichnung World Whisky of the Year), abgerufen am 20. September 2026

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