Speyside, Schottland · Marke
Glenlivet: Die Destillerie, die den legalen Whisky begründete
Kein anderer Name ist so eng mit der Legalisierung des schottischen Whiskys verbunden wie Glenlivet – eine Geschichte von Steuerhinterziehung, Rechtsstreit und einem hart erkämpften Markennamen.
Geschichte
Glenlivet erhielt 1824 als eine der ersten Destillerien Schottlands eine legale Brennlizenz, nachdem der Excise Act von 1823 illegale Schwarzbrennerei eindämmen und in geordnete Bahnen lenken sollte (siehe Geschichte des Whiskys). Gründer George Smith brannte davor selbst illegal – der Schritt zur Legalität war riskant, da viele Schwarzbrenner der Region ihn als Verräter betrachteten.
Der Streit um „The”
So erfolgreich wurde die Marke, dass zahlreiche Nachbardestillerien in der Region begannen, „Glenlivet” ihrem eigenen Namen anzuhängen, um vom guten Ruf zu profitieren. Ein jahrzehntelanger Rechtsstreit endete schließlich damit, dass nur die ursprüngliche Destillerie den bestimmten Artikel „The Glenlivet” tragen durfte – ein einzigartiger Markenschutz in der Whisky-Geschichte.
Der typische Glenlivet-Stil
Leicht, fruchtig, mit einer sanften floralen Note – ein Stil, der stellvertretend für den zugänglichen, unkomplizierten Charakter vieler Speyside-Whiskys steht (siehe Region Speyside).
Mein Tasting-Ergebnis
Der Glenlivet Founder’s Reserve bestätigt diesen Ruf: leicht und fruchtig, typische Speyside-Machart für den Einstieg. Ein unkomplizierter, verlässlicher Vertreter des klassischen Speyside-Stils. Zum Testbericht
Wem gehört Glenlivet heute?
Die Marke gehört heute zum französischen Pernod-Ricard-Konzern, der auch Aberlour und den irischen Jameson besitzt – mehr dazu im Artikel Wem gehören die Brennereien?. Aberlour · Jameson
Fazit
Glenlivet ist weniger für stilistische Extreme bekannt als für seine historische Bedeutung – als Wegbereiter der legalen schottischen Whisky-Industrie hat die Destillerie einen Platz in der Geschichte, der über den reinen Geschmack im Glas hinausgeht.