Whisky-Wissen
Wem gehören die Brennereien? Diageo, Pernod Ricard & Co.
Hinter der romantischen Vorstellung kleiner, unabhängiger Familienbrennereien steht bei den meisten bekannten Whisky-Marken die Realität weniger großer Konzerne. Ein Überblick, wer wirklich hinter deinen Lieblingsflaschen steckt.
Diageo: der größte Player
Der britische Getränkekonzern Diageo besitzt mehr schottische Destillerien als jedes andere Unternehmen – darunter Talisker, Lagavulin, Oban und Caol Ila. Auch die Blend-Marke Johnnie Walker gehört zu Diageo und bezieht große Teile ihrer Malt-Basis aus genau diesen Brennereien. Talisker · Lagavulin · Oban · Caol Ila · Johnnie Walker
Pernod Ricard: der französische Riese
Der zweitgrößte Spirituosenkonzern der Welt besitzt unter anderem Aberlour, Glenlivet sowie den irischen Whiskey Jameson. Pernod Ricard hat in den letzten Jahrzehnten gezielt in Speyside-Marken investiert. Aberlour · Glenlivet · Jameson
William Grant & Sons: die große Familienausnahme
Eine der wenigen weiterhin familiengeführten großen Whisky-Firmen. Zur Gruppe gehören Glenfiddich, The Balvenie und die Blend-Marke Monkey Shoulder. Anders als Diageo oder Pernod Ricard ist William Grant & Sons nicht börsennotiert und gilt in der Branche als bewusster Gegenentwurf zu den globalen Konzernen. Glenfiddich · Monkey Shoulder
Bacardi: mehr als nur Rum
Der Rum-Konzern Bacardi besitzt mit Aberfeldy und vor allem Dewar’s auch bedeutende Whisky-Marken – ein gutes Beispiel dafür, wie stark sich die Spirituosenwelt über Kategoriegrenzen hinweg konsolidiert hat. Dewar’s
Suntory: der japanische Gigant mit schottischem Fußabdruck
Der japanische Konzern Suntory (der auch Yamazaki produziert) hat sich durch die Übernahme von Beam Inc. auch schottische und amerikanische Marken einverleibt – ein Zeichen dafür, dass die Konsolidierung längst über Landesgrenzen hinweggeht. Yamazaki
Die unabhängigen Gegenbeispiele
Nicht alles gehört den großen Konzernen: Bruichladdich gehört zwar mittlerweile zu Rémy Cointreau, positioniert sich aber bewusst unabhängig und experimentierfreudig. Bunnahabhain gehört zur schottischen Distell-Gruppe. Und kleinere Player wie das bayerische Slyrs sind komplett eigenständig geblieben. Bruichladdich · Bunnahabhain · Slyrs
Warum das für dich als Konsument relevant ist
Konzernzugehörigkeit erklärt oft, warum bestimmte Marken ähnliche Marketingstrategien fahren oder in denselben Supermarktregalen stehen – sagt aber nichts über die Qualität der einzelnen Abfüllung aus. Ein Ardbeg Ten, der ebenfalls zum LVMH-Konzern gehört, steht qualitativ für sich, unabhängig vom Konzern im Hintergrund. Zum Testbericht