Whisky-Wissen

Highball: Japans Lieblingsdrink – Rezept und die richtige Technik

In Japan ist der Highball keine Cocktail-Randnotiz, sondern der meistgetrunkene Whisky-Drink überhaupt – in praktisch jeder Bar und jedem Izakaya auf der Karte. Das Geheimnis liegt weniger im Rezept als in der Technik.

Das Grundrezept

  • 4 bis 5 cl Whisky
  • 12 bis 15 cl kaltes Soda-/Sodawasser (Verhältnis meist 1:3)
  • Viel Eis, idealerweise ein hohes, schmales Glas

Das Verhältnis kann je nach Geschmack variieren, aber die japanische Tradition legt Wert auf ein eher whisky-schwaches, sehr erfrischendes Verhältnis – anders als der oft stärkere amerikanische Highball.

Die japanische Technik macht den Unterschied

Der entscheidende Trick: Das Glas wird zuerst komplett mit Eis gefüllt und kurz umgerührt, um es vorzukühlen. Der Whisky wird eingegossen und einmal kurz umgerührt – danach kommt das eiskalte Soda langsam an der Innenwand entlang hinzu, ohne weiteres Rühren. So bleibt die Kohlensäure maximal erhalten, was den Highball spürbar spritziger macht als ein grob zusammengerührter Drink.

Welcher Whisky passt am besten?

Der Highball ist der ideale Drink für unkomplizierte, nicht zu torfige Whiskys. Jameson Original funktioniert hervorragend – weich, unkompliziert, genau für diese Leichtigkeit gemacht. Zum Testbericht

Wer es dem japanischen Original treu bleiben will, greift zu Yamazaki 12 Jahre – auch wenn das für den Alltags-Highball fast zu schade ist, zeigt es, wofür der Drink ursprünglich gedacht war. Zum Testbericht

Für den preisbewussten Alltags-Highball eignet sich auch Monkey Shoulder gut – rund genug, um die Kohlensäure nicht zu dominieren. Zum Testbericht

Was du vermeiden solltest

Stark rauchige Whiskys wie Ardbeg Ten oder Laphroaig 10 Jahre überfordern den leichten, spritzigen Charakter des Highballs – hier dominiert der Rauch alles andere und der erfrischende Effekt geht verloren. Diese Flaschen gehören eher pur oder in einen Old Fashioned. Ardbeg · Laphroaig

Warum der Highball so populär wurde

Ein Grund für den Siegeszug in Japan: Er macht auch preisgünstigere, jüngere Whiskys zugänglich und erfrischend – ein cleverer Weg, um auch bei knapperen Fasslagern (siehe Warum ist japanischer Whisky so teuer geworden?) attraktive Drinks anzubieten.